06.09.10
Petra Meng im Interview zur Serie des lokalen Wirtschaftsteils
Kreis Freudenstadt. Die Wirtschaftskrise ist noch nicht überstanden. In loser Folge fragt der Schwarzwälder Bote Unternehmen nach ihren Erfahrungen und nach ihren Einschätzungen der Situation – heute Petra Meng von der Firma Lust Blechwaren in Oberiflingen.
In Wirtschaftsprognosen heißt es, die Konjunktur ziehe langsam wieder an. Wie beurteilen Sie die momentane wirtschaftliche Lage?
Die Prognosen halte ich für zu optimistisch. Die wirtschaftliche Situation wird sich noch lange nicht nachhaltig stabil zeigen. Ich sehe hier einen Zeitraum von mindestens fünf Jahre. In den nächsten zwei bis drei Jahren werden wir, einen tatsächlichem stattfindenden Aufschwung vorausgesetzt, mit der Anpassung des Preis- und Lohnniveaus – nach oben – zu kämpfen haben. Verluste der vergangenen Jahre müssen wieder gut gemacht werden.
Welche Auswirkungen hatte die Krise bislang auf Ihr Unternehmen?
Wir konnten alle Arbeitsplätze in der Produktion halten. In der Verwaltung haben wir eine Halbtagskraft abgebaut. Schlimmeres wurde durch den internen Strategiewechsel in der Personal- und Lohnstruktur (Stichwort Langzeitarbeitskonten) wie auch durch die stark verbesserte Vermarktung in 2009/2010 mit der Konzentration auf das europäische Ausland verhindert.
Planen Sie in nächster Zeit irgendwelche Investitionen?
Im vergangenem Jahr haben wir einiges an Geld in die Hand genommen, um den Vertrieb und das Management den Gegebenheiten der "Moderne" anzupassen. In diesem Jahr liegt der Investitionsschwerpunkt in der Produktion – Maschinen und Gebäude. Außerdem investieren wir seit 2009 auch in eigene Auszubildende.
Frau Meng, was erhoffen Sie sich von der Bundesregierung?
Also von Erhoffen kann da keine Rede sein. Ich wäre schon zufrieden, wenn die ihren Job machen. Innovativ denken, Bildung fördern und die Säulen der Gesellschaft, unsere Frauen und Kinder wie auch den Mittelstand, stützen und entlasten – das wäre die Hoffnung. Allerdings lässt die Regierung Aktivitäten missen, die eine an den menschlichen Bedürfnissen orientierte willens-, entscheidungs- und dienstleistungsstarke Gesellschaft hervorbringen könnten. Die Bedingungen für einen kommenden, stabilen Wirtschaftsaufschwung sind Bildung (lebenslanges Lernen), Dienstleistung (Mindestlohn) und Förderung (Human Ressource).
Quelle:Schwarzwälder-Bote


