Der Betrieb wurde vom Flaschnermeister Hermann Lust sen. im Jahre 1920 in Kimmichweiler Kreis Esslingen als Ein-Mann-Union gegründet.
Nach kurzer Zeit hatte er von einer Großfirma Lohnaufträge übernommen und diese dann mit 14 Mitarbeitern ausgeführt. Nun wurde die eigentliche Produktion von Blechwaren begonnen: Kohlenfüller, Gießkannen sowie Milchkannen und Backschüsseln aus Weißblech. Leider musste nach schwerer Krankheit und Tod seiner Frau der Unternehmer Hermann Lust sen. geschwächt durch eigene Krankheit und Operationen, das Unternehmen vorerst schließen.
Nach seiner Genesung wurde das Unternehmen in Gönningen bei Reutlingen neu eröffnet. Mit seinem Sohn Hermann Lust jun. wurde die Produktion der Blechwaren vorangetrieben. Innovative Ideen wie variable Aschenkasten, Ofenschirme und Ofenbleche wurden gefertigt.
Die Kriegsjahre hemmten die weitere Entwicklung des Unternehmens, da Hermann Lust jun. im Kriegsdienst war. Nach Kriegsende konnte dieser seinen Flaschnermeister bei der Handwerkskammer Reutlingen ablegen. Der Grundstein für die Erweiterung war hiermit gelegt.
Die Nachfrage in der Nachkriegszeit nach Blechwaren für die Haushalte war enorm. Ein Umzug in die ehemalige Fliegerhalle in Dürrenmettstetten steht Ende der 40er Jahre an. Dort werden mit einer kleinen Belegschaft die Produkte der Firma produziert und zum Teil mit eigenem Holzvergaser LKW an die Händler verfrachtet.
Die Möglichkeiten der Nachkriegszeit schöpften die beiden voll aus und suchten bereits 1952 nach neuen Produktionsflächen. In Oberiflingen wurden Sie fündig und so konnte 1952/1953 der heutige Produktionsstandort erworben werden. Oberiflingen begrüßte die Ansiedlung des ersten Industrieunternehmens in seiner Gemeinde sehr.
Die Übergabe des Unternehmens, damals firmiert unter dem Titel „Herman Lust & Co.“ an den Sohn Hermann Lust jun., erfolgte im Jahre 1960. In der Zwischenzeit wurde das Produktionsgebäude bereits zweimal erweitert.
Hermann Lust sen. starb 1964 kurz vor seinem 80. Lebensjahr.
Zu diesem Zeitpunkt war die Firma Lust einer der größten Arbeitgeber in der Gegend und beschäftigte 40 Mitarbeiter. Schon damals war „der Lust“ der Arbeitsgeber für viele Frauen im Ort und der näheren Umgebung. Teilzeit und Aushilfe waren hier kein Fremdwort, da viele der Arbeitnehmer im Nebenerwerb noch Landwirtschaft hatten.
Die Artikelpalette weitete sich immer mehr hin zum Ofenbedarf für den Winter und Blumenkästen, Vasen und Gießkannen für den Sommer aus. Exporte gingen in Länder wie Frankreich, Italien, Dänemark sogar die USA.
Anfang der 60er Jahre trat Dietmar Lust sen. seine Lehre im elterlichen Betrieb an. Das Unternehmen wurde von Hermann Lust sen. immer mehr ausgebaut und expandierte stetig. Neue Produktionsstrategien wie Fliesbandarbeit, auch Akkord wurden ebenso eingesetzt wie die kontinuierliche Verbesserung des Fertigungsprozesses an sich. Lackiersysteme zum Tauchen, sei es manuell oder Automatisch mit Einbrennprozess, Fördermechanismen und Lagersystem- kurz um vieles kam zum Einsatz.
Dietmar Lust sen. wurde immer mehr in die Produktionsleitung einbezogen um diese dann Mitte der 70er Jahre nach erfolgreicher Meisterprüfung zum Werkzeugmacher, selber zu leiten. Hermann Lust sen. konzentrierte sich damals vollkommen auf den Vertrieb.
Mit Erfolg! Die goldenen 70er Jahre waren für die Firma Lust, sicher auch wegen der Ölkrise, sehr gute Jahre. Nun wurden neue Produkte entwickelt und eingeführt.
Das Schneckenblech- eine Kreation des Hobbygärtners Hermann Lust sen. wurde 1979 erstmals ausgeliefert. Ebenso wurde durch den ständigen Kontakt zu den Großgärtnern der Grundstein für das heute Produkt der Schautafel gelegt.
Diese „Erstlingswerke“ sind zum Teil heute noch im Einsatz!
Im Jahre 1984 übergab Hermann Lust sen. die Firma an seinen Sohn Dietmar Lust sen. Hermann Lust sen. war weiterhin noch stark im Vertrieb wie auch in der Unternehmensführung unterstützend tätig. Neue Produkte und Lohfertigungsaufträge waren auch in den folgenden Jahren an der Tagesordnung. Die Nachfrage nach Ofenartikeln und Gießkannen aus Blech sank in den folgenden Jahren drastisch und das Unternehmen nährte sich viel von der Herstellung von Schautafeln und Transportkoffern für die Industrie.
Auch die Krisenjahre der späten 90er sind an diesem Unternehmen nicht spurlos vorbeigezogen. Im Jahre 2001 wurde die Insolvenz über das Unternehmen eröffnet.
In der Konsolidierungsphase wurde sich auf das Wesentliche konzentriert und unter der Neufirmierung „Lust Blechwaren GmbH“ nur noch das Preisauszeichnungssortiment produziert. Wie Sie an unserer heutigen Marktführungsposition sehen, war dies der richtige Schritt. Zur klassischen Lohnfertigung kamen neue Produkte aus dem Bereich Wohnraumlüftung hinzu.
Heute steht die Lust Blechwaren GmbH auf vier Produktionszweige:
- Preisauszeichnungssysteme
- Schneckenzäune
- Flachkanäle für die Wohnraumlüftung
- Lohnfertigung von Industrieteilen
Hermann Lust sen. starb am 9. Oktober 2007 im Alter von 90 Jahren!
Nach acht Jahren des Wiederaufbaus des Unternehmens entschied sich Dietmar Lust sen. das Unternehmen seinen Kindern zu übergeben. Im Oktober 2008 treten Dietmar Lust jun., Geschäftsführerin Petra Meng und Sohn Christian Meng die Nachfolge im Unternehmen an.
Unter der Führung von Petra Meng wächst das Unternehmen vom Handwerksbetrieb zum Industrieunternehmen. Durch strategische Partnerschaften und Kooperationen gelingt es Petra Meng die Marke „Lust“ am Markt noch mehr zu etablieren.
Christian Meng als Produktionsleiter und Gesellschafter des Unternehmens, ist nun bereits die 5. Generation im Hause LUST Blechwaren!
